3D Drucker Baskets im Vergleich

Es wird von der nächsten industriellen Revolution oder von einer Technologie die das Leben verändern gesprochen. Die Rede ist von 3D Druckern. Zertifikate auf 3D Print-Aktien haben bereits 20 bis 60% zugelegt. So wirklich überzeugen tut hingegen Keines.

Barack Obama meint: „ Die 3D Druck-Technologie habe das Potential die Herstellung zu revolutionieren“. Egal ob in der Automobil, der Maschinenindustrie oder für den Heimgebrauch, die neuartige Technik verblüfft. Der 3D-Druck wird nicht nur die Machtverhältnisse der industriellen Fertigung neu definieren, sie wird die Wirtschaftswelt als Ganzes erschüttern, meint auch Neil Gersenfeld, Professor am MIT gegenüber der Finanz und Wirtschaft. Die Welt Schreibt gar. „Forscher rufen dritte industrielle Revolution aus“.

Noch tönt alle sehr revolutionär. Es ist schwierig auszumachen ob sich die Techniken durchsetzen werden oder ob alles nur ein Hype ist. Viele Aktien mit 3D-Touch sind in den letzten Monaten daher auch regelrecht explodiert.

Wie die 3D Druck-Technologie funktioniert zeigt sehr einfach ein nettes Video von der Sendung mit der Maus. (Warum kompliziert wenns auch einfach geht 😉

Wer sich persönlich von der Technologie überzeugen will, der kann auch im November die 3D Print-Show in London/Paris besuchen. Auch stehen schon diverse 3D Drucker für den Privatgebrauch zum Verkauf.

Auch die Struki-Anbieter sind nun auf diesen Trend aufgesprungen und haben diverse Aktien-Baskets zum Thema lanciert.

Als eine der ersten war die Bank Vontobel auf diesen Trend aufgesprungen und hat Ende März einen Basket lanciert. Der Basket besteht aus zehn Aktien, darunter 3D Systems Corp. (15% Anteil), Autodesk Inc. (15%), Canon Inc. (10%) und Xerox (10%). Das Zertifikat ist sowohl in EUR als auch in CHF erhältlich und hat eine relativ kurze 2-Jährige Laufzeit. Die Upfront-Fee beträgt aufgrund der abdiskontierten Dividenden rund 2%. Der Basket verrechnet hingegen keine Verwaltungsgebühren. Seit Emission hat das Produkt 19% zugelegt.

Der Spread im Sekundärmarkt beträgt 0.7% und das Produkt wird sowohl in CHF als auch in Euro gehandelt. Insbesondere Canon oder auch Xerox sind jedoch, wenn überhaupt, erst mit einem verschwindenden kleinen Teil in diesen Technologien tätig und haben demzufolge die Basket Performance auch gebremst.

40 bis 60% Rendite

Fast zeitgleich hat auch die UBS, zusammen mit Jud&Partner, einen Basket lanciert. Dabei handelt es sich um einen Produkt mit 2-jähriger Laufzeit. Die Zusammensetzung besteht aus acht Titeln. 3D System, Autodesk und Stratasys, welche je mit 20% gewichtet sind, werden auch im Vontobel Basket geführt. Bei den anderen Unternehmen handelt es sich teils um interessante kleinere Unternehmen. Dies ist auch der Grund warum der Basket bisher schon 40% zugelegt hat. Etwas happig sind allerdings die Gebühren. Man zahlt neben den 2.04% Upfrontgebühren eine jährlich Gebühr zwischen 0.5 und 0.75% p.a. Wer von Anfang an dabei war, dürfte das aber verschmerzen.

Open-End-Struktur von UBS

Ende März legte die UBS auch einen Open End Tracker auf den Solactive 3D Printing Index auf. Zu Beginn bestand der Index aus je 14,3% Autodesk, 3D Systems, Stratasys, Proto Labs, ExOne, Arcam und Cimatron. Insbesondere die Gewichtung vom israelischen Cimatron überrascht, so hat das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von unter 100 Mio USD. Ansonsten ist der Basket ähnlich zusammengesetzt wie der Jud&Partner UBS Basket. Bisher resultierte aber eine deutlich bessere Performance (+62 %).
Die Managementgebühr beträgt 1.0% , Dividenden werden vorbildlich reinvestiert. Das Produkt ist leider nur in Euro erhältlich. Sehr ärgerlich ist aber folgendes: das absolut identische deutsche Produkt (UBS13D) kommt mit einer Verwaltungsgebühr von nur 0.75% aus und wird auch mit leicht kleinerem Spread gehandelt. (Die Listinggebühren für die Emittenten sind in DE allerdings auch um ein Vielfaches günstiger).

10% Performance-Fee

Auch aus der Feder von Jud&Partner stammt ein Basket in Zusammenarbeit mit EFG/Leonteq. Das Produkt besteht aus rund 12 Aktien und wird aktiv gemanaged. Die grössten Positionen sind derzeit Stratasys (24%), 3D System (20%) und Proto Lab (9%). Das Produkt beinhaltet eine Verwaltungsgebühr von 1.5% p.a. und zudem eine unnötige Performance Fee von 10% (mit High Watermark). Seit Emission von Ende Juni konnte das Produkt schon 20% zulegen. Es ist nur ausserbörslich mit relativ hohem Spread erhältlich und hat eine 5-Jährige Laufzeit.

ZKB und Bär mit Produkten in Zeichnung

Nun sind auch ZKB und Julius Bär auf den 3D Print Zug aufgesprungen und haben entsprechende Produkte in Zeichnung.

Bär nennt das Produkt 3 D Print Basket und bringt neun gleichgewichtete Aktien an den Start mit zwei 2-jähriger Laufzeit. Darunter die bekannten 3D System, Autodesk und Stratasys. Warum allerdings auch Amazon und Siemens (Dividenden-Rendite von 4%) im Basket enthalten sind, konnte nicht ermittelt werden. Das Produkt kommt ohne Verwaltungsgebühr aus und verdient an den Dividenden.

Die ZKB hat bis Ende September einen Tracker auf den Stoxx Global 3D Printing Tradable Index in Zeichnung. Beim Produkt wurde eine dreijährige Laufzeit gewählt und es fallen jährliche Gebühren von 0.83% an (1% Upfront + 0.5% Indexgebühren). Im von Stoxx enthaltenen Index sind Unternehmen wie Stratasys, Prot Labs oder auch Faro Technology enthalten. Der Index konnte sich seit Anfang Jahr bereits verdoppeln. (In Deutschland hat die Hypovereinsbank ein ähnliches Produkt am Markt, aber mit Open End Laufzeit)

Nicht überall wo 3D draufsteht ist auch 3D drin

Von Morningstar werden allerdings die Auswahlkriterien von Stoxx kritisiert. Ein Unternehmen muss mindestens 1% seines Einkommen durch 3D Drucker generieren. Dies sei etwas so, wie wenn Ikea als Restaurant-Kette durchgehen würde.

Stoxx hat übrigens seit kurzem auch einen Index im Angebot der die Auswahlkriterien deutlich verschärft. Sie nennt diesen „Stoxx Global 3D Pure Play Index“, dieser konzentriert sich auf Unternehmen die mindestens 10% durch das 3D Segment erzielen. Bisher gibt es noch kein Produkt es auf den Index.

Alle angebotenen Produkte haben eines gemeinsam. Sie enthalten teilweise Aktien die bisher nur einen verschwindend kleinen Teil ihres Umsatzes mit der 3D Print Technologie erzielen. Anleger tun darum gut daran, die enthalten Aktien genau zu studieren. Teilweise sind einige Aktien bisher schon sehr heiss gelaufen, so dass Vorsicht geboten ist. Ebenfalls zu beachten gilt es die Währungsrisiken und Liquiditätsrisiken. Zu diesem Zeitpunkt kann niemand wissen, ob sich die Technologien durchsetzen werden und welches Unternehmen hier am meisten profitieren kann. Darum ist ein breit diversifiziertes Investment mittels Basket sicherlich sinnvoll. Wirklich vollkommen überzeugen tut hingegen bisher keiner der 3D Baskets. Es besteht teils Optimierungspotential in den Punkten Zusammensetzung, Laufzeit, Dividenden-Transparenz und Kosten.

Schweizer 3D Drucker Basket Zertifikate

3d printer baskets

alle Daten per 3.9.2013

5 Kommentare

  1. […] (Update vom 4.September: Nun auch Bär, ZKB und Leonteq mit einem 3D Drucker Baskets: Alle Baskets im Vergleich hier.) […]

  2. […] Eines der Top-Themen am Struki-Markt waren dieses Jahr die 3D-Drucker Aktien Baskets. Mehrere Emittenten haben Produkte emittiert und viele der Aktien explodierten regelrecht. Ein privat platzierter Basket der Bank Vontobel hat alleine von Anfang Oktober bis Mitte November um 40% zugelegt. Der  3D-Drucker Aktien-Basket Vergleich stellt die verschiedenen Produkte vor, vgl. Finanzprodukt.ch […]

  3. […] als bei den 3D-Drucker-Aktien-Baskets handelt es sich teils schon um etablierte Unternehmen mit weniger Kursfantasie. Trotzdem werden die […]

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