Studie: Wer hat die besten Pricings bei Anlageprodukten?

Scope hat die Konditionen von Aktienanleihen (Reverse Convertibles), Discount- und Bonuszertifikaten auf den EuroStoxx 50 analysiert. Ergebnis: Das Pricing der Emittenten weicht deutlich voneinander ab. Die Unterschiede haben grossen Einfluss auf den Anlageerfolg.

Scope untersucht regelmässig das Produktangebot der Zertifikate-Emittenten. In der ersten Handelswoche im Mai hat Scope die meistgehandelten Anlagezertifikate auf den EuroStoxx 50 mit Laufzeiten bis zum Dezember 2014 analysiert. Dabei wurde auf die drei wichtigsten Auswahlkriterien – Abweichung vom fairen Preis, offerierte Liquidität und Bid-Ask Spreads – abgestellt.

Scope hat den Fair Value der betrachteten Zertifikate mehrmals täglich errechnet und im Betrachtungszeitraum mit den quotierten Briefkursen der Produkte verglichen. Für die Analyse hat Scope 483 Aktienanleihen (Reverse Convertibles), 141 Discount- und 111 Bonuszertifikate betrachtet. Es wurden Anlagezertifikate von insgesamt 16 verschiedenen Emittenten analysiert.

Aktienanleihen: LBBW mit bestem, HSBC Trinkaus mit schlechtestem Pricing

Das beste Pricing für die analysierten Aktienanleihen auf den EuroStoxx 50 wies in dem Beobachtungszeitraum die LBBW auf. Das aus Anlegerperspektive nachteiligste Pricing zeigte HSBC Trinkaus. Die Spanne zwischen der geringsten und der grössten Abweichung zum Fair Value beträgt 1,17 Prozentpunkte. Dies ist für Anleger gleichzusetzen mit einer Renditedifferenz im gleichen Umfang.

Die festgestellten Unterschiede zwischen den Anbietern sind auch bei der Bereitstellung von Liquidität (Quote-Size) signifikant. Die Quote-Size gibt an, bis zu welcher Orderhöhe der vom Anbieter gestellte Kurs gilt. Aus Anlegerperspektive ist eine hohe Quote-Size vorteilhaft. Bei den betrachteten Aktienanleihen liegt die Spanne zwischen 90.000 und 2.000.000 Euro. Die grösste Liquidität auf Geld- und Briefseite wurde von der DZ Bank gestellt. Die niedrigste Quote-Size im Betrachtungszeitraum wurde bei der LBBW beobachtet.

Auch bei den Bid-Ask Spreads hat Scope deutliche Unterschiede zwischen den Anbietern festgestellt. Die durchschnittlichen Spannen zwischen Geld- und Briefkursen bei den betrachteten Emittenten variieren zwischen 0,05% und 0,2%. Je kleiner die Spanne, desto vorteilhafter für Anleger. Der beste Anbieter bei diesem Kriterium war im Betrachtungszeitraum die Royal Bank of Scotland. Die grösste Differenz zwischen Geld- und Briefkursen zeigte die LBBW.

Discountzertifikate: LBBW mit bestem, Goldman Sachs mit schlechtestem Pricing

Das beste Pricing für die analysierten Discountzertifikate auf den EuroStoxx 50 wies in dem Beobachtungszeitraum die LBBW auf. Das aus Anlegerperspektive nachteiligste Pricing zeigte Goldman Sachs. Die Spanne zwischen der geringsten und der grössten Abweichung zum Fair Value beträgt 1,32 Prozentpunkte.

Die festgestellten Unterschiede zwischen den Anbietern sind auch bei der Bereitstellung von Liquidität (Quote-Size) signifikant. Bei den betrachteten Discountzertifikaten liegt die Spanne zwischen 60.000 und 5.310.000 Euro. Die grösste Liquidität auf Geld- und Briefseite wurde von der Commerzbank gestellt. Die niedrigste Quote-Size im Betrachtungszeitraum wurde bei der LBBW beobachtet.

Die durchschnittlichen Spannen zwischen Geld- und Briefkursen bei den betrachteten Emittenten variieren zwischen 0% und 0,14%. Der beste Anbieter bei diesem Kriterium war im Betrachtungszeitraum die UBS. Die grösste Differenz zwischen Geld- und Briefkursen zeigte die Landesbank Berlin.

Bonuszertifikate: Deutsche Bank mit bestem, LBBW mit schlechtestem Pricing

Das beste Pricing für die analysierten Bonuszertifikate auf den EuroStoxx 50 wies in dem Beobachtungszeitraum die Deutsche Bank auf. Das aus Anlegerperspektive nachteiligste Pricing zeigte die LBBW. Die Spanne zwischen der geringsten und der grössten Abweichung zum Fair Value ist bei Bonuszertifikaten mit 5,02 Prozentpunkten noch deutlich grösser als bei Aktienanleihen und Discountzertifikaten. Auch hier ist für Anleger der Unterschied im Pricing gleichzusetzen mit einer Renditedifferenz im gleichen Umfang.

Die festgestellten Unterschiede zwischen den Anbietern sind auch bei der Bereitstellung von Liquidität (Quote-Size) signifikant. Bei den betrachteten Bonuszertifikaten liegt die Spanne zwischen 60.000 und 2.140.000 Euro. Die grösste Liquidität auf Geld- und Briefseite wurde von der Citibank gestellt. Die niedrigste Quote-Size im Betrachtungszeitraum wurde bei der LBBW beobachtet.

Die durchschnittlichen Spannen zwischen Geld- und Briefkursen bei den betrachteten Emittenten variieren zwischen 0% und 0,53%. Der beste Anbieter bei diesem Kriterium war im Betrachtungszeitraum die UBS. Die grösste Differenz zwischen Geld- und Briefkursen zeigte die Bank Vontobel.

Die dargestellten Ergebnisse beziehen sich nur auf den Beobachtungszeitraum vom 03. bis zum 08. Mai 2013. Scope nimmt diese Auswertung regelmässig vor und veröffentlicht die Ergebnisse.

Ein Kommentar

  1. […] Scope Studie: Wer hat die besten Pricings bei Anlageprodukten?, finanzprodukt/Scope […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.