IOSCO will vollständige Offenlegung der Kosten und Gebühren von Strukturierten Produkten

Die Rating Agentur Scope* hat die neuen Regelvorschläge der IOSCO (International Organization of Securities Commissions) und deren erwartete Auswirkungen analysiert. Ergebnis: Eine Umsetzung führt zu deutlich steigender Transparenz und höheren Renditen für die Anleger.

Die IOSCO hat im April 2013 ein Konsultationspapier zur Regulierung von strukturierten Produkten veröffentlicht. Die wichtigsten Punkte sind: Offenlegung von Kosten und Gebühren, Fair-Value-Bewertungen und Market Making im Sekundärmarkt.

IOSCO Vorschläge tragen zu mehr Kapitalmarkttransparenz bei
Aus Sicht der Derivateanalysten von Scope schützen die neuen Vorschläge die Interessen der Privatanleger. Die Investoren erhielten durch die Umsetzung der Regeln einen erheblichen Zuwachs an Transparenz und könnten höhere erwartete Renditen durch Investitionen in strukturierte Produkte erzielen. Die Emittenten könnten ebenfalls von den vorgeschlagenen Regelungen profitieren, da durch die Regulierung eine Steigerung der Umsätze in strukturierten Produkten erwartet werden kann.

Kosten und Gebühren Offenlegung
Die IOSCO schlägt vor, dass die nationalen Aufsichtsbehörden eine vollständige Offenlegung der Kosten, Gebühren und Entgelte für alle Komponenten strukturierter Produkte fordern sollten. Die Kosten beinhalten explizit festgelegte Gebühren (z. B. Provisionen) und implizite Gebühren (z.B. die Prämien für die einzelnen Bestandteile strukturierter Produkte sowie die Rückgabekosten). Aus Sicht von Scope kann die Vergleichbarkeit von strukturierten Produkten gefördert werden, wenn die Produkte in ihre einzelnen Komponenten zerlegt und die Kosten gegenüber dem Investor offengelegt werden.

Fair-Value-Bewertungen
Weiterhin schlägt die IOSCO eine Veröffentlichungspflicht für die Fair Values strukturierter Produkte vor. Die Fair Value Indikation ist ein wichtiges Vergleichs- und Entscheidungskriterium für den Kauf bzw. Verkauf von strukturierten Produkten. Aus Sicht von Scope kann der Anleger durch die Offenlegung der Fair Value Indikationen erkennen, dass der Preis nicht immer dem tatsächlichen Wert eines strukturierten Produkts entspricht.

Market Making im Sekundärmarkt
Investoren können strukturierte Produkte aus Ihrem Bestand in der Regel nur in einem Markt verkaufen, der aus nur einem Käufer (Emittent) bzw. aus einer begrenzten Anzahl von Käufern besteht. Bei Produkten, die kein vorzeitiges Beendigungsrecht für den Käufer beinhalten, ist der Investor dem Preissetzungsverhalten der begrenzten Käuferschicht ausgesetzt. Die IOSCO schlägt nun vor, dass die Emittenten einen regelgebundenen Rückkaufswert definieren sollen.

*(Scope verdient ihr Geld u.a. mit dem Rating und dem Pricing von Strukturierten Produkten)

 

 

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