Interview zum Lyxor ETF Effizienz Indikator und weiteren Plänen; Teil 1/2

Wie angedroht haben wir versucht Lyxor über den ETF Effizienz-Indikator und weitere Pläne auszuquetschen. Red und Antwort stand Raphaël Dieterlen, Head of ETFs and Index Investments. Die Antworten wurden teils etwas zu sehr auf indirekte Werbung ausgerichtet (anders würde es wohl nicht durch Compliance kommen), geben aber teils trotdzem spannende Einblicke. Aber lesen Sie selbst.

Raphaël Dieterlen, Sie geben seit kurzem einen ETF-Effizienz-Indikator heraus. Was sind die Hintergründe?

Seitens der ETF-Investoren gibt es eine wachsende Nachfrage nach einer transparenten Methode zur Bewertung von ETFs. Dies vor allem darum, weil nicht alle Exchange Traded Funds mit dem gleichen zugrunde liegenden Index die gleiche Performance aufweisen. Natürlich sind die absoluten Ertragsunterschiede zwischen den passiv geführten ETFs auf den gleichen Index kleiner als die bei aktiven Fonds. Gleichwohl ist es für die Investoren wichtig zu wissen, wie sich ein ETF zum abgebildeten Index verhält. Zumal die Ertragsdifferenzen bei ETFs auf den gleichen Index oft die Kostenunterschiede übertreffen.

„Ziel ist es den ETF Indikator zu einem Referenzparameter zu machen“

Was drückt der ETF-Effizienz-Indikator aus?

Der ETF-Effizienz-Indikator kombiniert den Tracking-Error, die Tracking-Differenz und die Liquidität auf dem Sekundärmarkt der ETFs in einer einzigen Zahl. Der Investor erhält damit auf eine einfache Art und Weise ein Mass für die Wahrscheinlichkeit einer möglichen zukünftigen Unterperformance des ETF gegenüber dem zugrundeliegenden Index. Die Zahl erlaubt es, die ETFs auf den gleichen Index untereinander zu vergleichen.

Können Sie kurz den Unterschied von Tracking-Error und Tracking-Differenz erklären?

Die Tracking-Differenz ist die Performancedifferenz zwischen dem ETF und dem zugrunde liegenden Index. Der Tracking-Error ist die Volatilität der Tracking-Differenz. Der Tracking-Error ist somit ein statistisches Mass das aussagt, wie hoch das Abweichungsrisiko der ETF-Performance von der Indexperformance im Zeitablauf ist. Die Standardzeitperiode für den Tracking-Error ist ein Jahr. Je höher der Tracking-Error ist, desto höher ist die Gefahr einer Unterperformance gegenüber dem Index.

Wie lange rechnen Sie für den ETF-Effizienz-Indikator jeweils zurück?

Die Standardperiode ist ein Jahr. Aber man kann den Effizienz-Indikator für jede gewünschte Zeitperiode berechnen.

Weshalb rechnen Sie nur ein Jahr zurück und nicht länger?

Ein Jahr zeigt genügend exakt, wie ein ETF in letzter Zeit verwaltet worden ist. Zudem liegt ein Jahr nahe der typischen Haltedauer von ETFs.

Welche ETFs schneiden bei der ETF-Effizienz-Indikator-Berechnung besonders gut ab?

Folgende sieben ETFs liegen in der Berechnungsperiode von Mai 2012 bis Mai 2013 bei sieben wichtigen Indizes im ersten Rang: Lyxor ETF MSCI Emerging Markets, Lyxor ETF MSCI USA, Lyxor ETF MSCI EUROPE, Lyxor ETF WORLD, Lyxor ETF CAC 40, Lyxor ETF FTSE 100, Lyxor ETF FTSE MIB.

Der ETF Indikator passt damit doch eigentlich perfekt zu Ihrer Marketing-Strategie: “The power to perform in any market.”?

Das ist in der Tat so: Die Stärke von ETF-Anbietern zeigt sich darin, in allen Märkten einen guten ETF-Effizienz-Indikator zu erreichen.

Wie ist das Feedback im Markt zum ETF-Effizienz-Indikator?

Das Echo auf unsere Effizienz-Indikator-Initiative ist namentlich bei den Investoren sehr gut. Die ETF-Industrie wächst nach wie vor stark. Deshalb suchen immer mehr Investoren nach objektiven ETF-Vergleichsmethoden. Diesem Bedürfnis kommt der Effizienz-Indikator entgegen: Man kann damit ETFs auf den gleichen Index aufgrund des Tracking-Errors, der Tracking-Differenz und der Liquidität vergleichen.

Warum haben Sie das Paper „Measuring Performance of Exchange Traded Funds“ nicht von externen unabhängigen Forschern anfertigen lassen?

Das “Lyxor Research Department” ist eine unabhängige Forschungsstelle. Deren Forschungskompetenz und akademische Präsenz ist in Fachkreisen anerkannt. Die Lyxor Forschung publizierte mannigfaltige wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Vermögensverwaltungstechniken beispielsweise über Risikofragen, Aufteilung von Vermögen und jetzt eben auch über die ETF-Bewertung.

Wo kann man die entsprechenden Ranglisten finden. Sind diese irgendwo öffentlich zugänglich?

Wir versenden die Quartalsergebnisse der ETF-Effizienz-Indikator-Analysen auf Anfrage. Ziel ist es, diesen Indikator ausserhalb von Lyxor zu einem Referenzparameter zu machen.

2ter Teil folgt

Im zweiten Teil, den wir nächsten Mittwoch veröffentlichen (das Interview wäre sonst etwas gar lang)  macht Dieterlen u.A folgende Aussagen:

„Ich würde einem Freund synthetische ETF empfehlen“

„Wir planen ETFs gegen den Zinsanstieg“

„Der Schweizer ETF-Zug rollt immer schneller, auch im Säule 3a Bereich“

 

Rapha‘l DieterlinRaphaël Dieterlen ist 38-jährig und Head of ETFs and Index Investments bei Lyxor Asset Management, Paris. 1998 hat er sein Studium an der ETH Lausanne mit dem Diplom in Mathematischen Ingenieurwissenschaften abgeschlossen. Anschliessend arbeitete er als Financial Engineer bei BNP Paribas Asset Management. Vor seinem Eintritt bei Lyxor im Jahr 2009 bekleidete er Führungspositionen bei Société Générale Asset Management. Hier geht es zu seinem Linkedin Profil.

 

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