Die Pläne von Lyxor in der Schweiz und Fragen zu synthetischen ETFs: Interview Teil 2/2

Im zweiten Teil des Interviews mit Lyxor geht es um Themen wie Besicherung, Wertpapierleihe und Säule 3a ETFs. Zudem gibt Lyxor einen Ausblick über die ETF Pläne in der Schweiz.

zum ersten Teil und und dem Thema Lyxor Effizienz Indikator geht es hier.

Raphaël Dieterlen, wie erklären Sie sich, dass die Transparenz bei ETFs stets ein Thema ist, bei aktiven Fonds jedoch eher nicht wie beispielsweise bei der Wertpapierleihe der Aktivfonds?

Es stimmt, die passiven ETFs werden im Vergleich zu Aktivfonds in Bezug auf die Transparenz viel strenger unter die Lupe genommen. Deshalb sind ETFs im Vergleich zu anderen Anlageinstrumenten extrem transparent. Wichtig zu wissen: Die Wertpapierleihe und Swaps werden von den Vermögensverwaltern aller Fondsarten genutzt, somit auch von den aktiven Fonds.

Können Sie uns den Lyxor Besicherungsmechanismus erklären? Wo liegt das Risiko für die Investoren?

Der sicherste Weg, Gegenparteirisiken zu vermeiden, ist es, wenn der Fonds der Swap-Gegenpartei in jedem Zeitpunkt Geld schuldet und nicht umgekehrt. Dies wird durch eine Überbesicherung des ETFs erreicht, wobei diese im Durchschnitt zwischen zwei und vier Prozent beträgt. Es ist eine Schlüsselrolle der ETF-Manager, bei all ihren Anlageentscheidungendiese risikomeidende Richtlinie im Swapgeschäft auf täglicher Basis einzuhalten.

Wie gehen Sie mit der Wertpapierleihe um?

Wir nutzen die Wertpapierleihe nur dann, wenn sie für die Investoren einen echten Mehrwert bietet. Das gilt beispielsweise bei europäischen Aktien ETFs, die den Index physisch abbilden. Wir meiden die Wertpapierleihe bei Obligationen ETFs, weil dort das Ertragspotenzial in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Risiken liegt. Wir meiden die Wertpapierleihe auch bei allen synthetischen ETFs.

Würden Sie einem sehr guten Freund synthetische ETFs empfehlen?

Ich empfehle allen meinen Freunden wärmstens die Lyxor ETFs, synthetische und physische. Lyxor hat den Ehrgeiz, unabhängig von der Indexabbildungsmethode ausschliesslich ETFs von bester Qualität zu bieten. Unser Grundsatz: „Bei uns finden die Investoren das Beste aus beiden Welten – den physischen und den synthetischen ETFs“.

„Wir planen ETFs gegen Zinsabsicherung“

 

Auf welche ETFs in der Lyxor ETF Palette sind Sie besonders stolz, welche sind besonders innovativ?

Innovation ist das Rückgrat unseres Bestrebens. Wir entwickeln unsere Produktpalette stets hautnah an den Bedürfnissen unserer globalen Kundschaft, seien es Banken, Institutionelle, unabhängige Vermögensverwalter oder Private. Beispielsweise lancierten wir unlängst einen innovativen Index, der den Zugang zu höchst stabilen Dividenden von Qualitätsaktien bietet. Aktuell planen wir diese Strategie im ETF-Format auch in die Schweiz zu bringen. Darüber hinaus sind wir natürlich auch auf alle unsere ETFs besonders stolz, die in ihrer ETF-Effizienz-Indikator-Rangliste den ersten Platz belegen.

Was muss man Ihrer Meinung nach tun, um die ETFs auch in der Schweiz bekannter zu machen. Gerade in der Dritten Säule sind Indexanlagen noch nicht sehr weit verbreitet.

Seit wir in der Schweiz tätig sind, beobachten wir ein fortschreitendes Vordringen der ETFs als vielfach genutztes Anlageinstrument. Dieser Trend wird anhalten. Zumal wir gemeinsam mit Anbietern von „normalen“ Sparplänen und Sparplänen für die freiwillige Dritte Vorsorgesäule ETF-Produkte entwickeln und deren Einführung unterstützen. Ich bin überzeugt: Wegen der hohen Liquidität und der Kosteneffizienz der ETFs werden immer mehr Banken börsengehandelte Indexfonds in ihre Dritte Säule-Produkte einbauen. Lyxor ist überdies ein Mitglied der Swiss Funds & Asset Management Association SFAMA. In dieser Vereinigung gibt es grosse Bestrebungen, die mannigfaltigen Vorteile der ETFs generell und besonders im Bereich der Privatinvestoren noch bekannter zu machen. Wir selber nehmen zudem regelmässig an ETF-Informationsveranstaltungen unter dem Patronat der SIX Swiss Exchange und an andern ETF-Anlässen teil. Meine Beobachtung: In der Schweiz rollt der ETF-Zug immer schneller.

“Der ETF-Zug rollt immer schneller, auch im Säule 3a Bereich”

 

Was sind Ihre Ziele im europäischen ETF Markt in Bezug auf Marktanteile?

Lyxor ETF verwaltet 41 Milliarden US-Dollar und ist damit die Nummer drei in Europa und die Nummer sechs auf der Welt. Wir sind überzeugt: Das ETF-Wachstum wird anhalten und Lyxor ist bestens gewappnet, an diesem Wachstum teilzuhaben und seine Position zu behaupten.

Wie begründen Sie diese Zuversicht?

Unsere Zuversicht beruht auf neuen Erkenntnisse und strategischen Entscheiden: Die Analyse der ETF-Effizienz zeigt, dass Lyxor in den wichtigsten Bereichen über die effizientesten ETFs verfügt. Durch Gebührensenkungen haben wir unsere Flaggschiff-ETFs für die Investoren noch attraktiver gemacht. Wir haben die Produktpalette mit der Lancierung von physischen ETFs erweitert. Wir haben unsere Verkaufs- und Marketingkapazitäten in strategisch wichtigen europäischen Staaten wie der Schweiz ausgebaut. Zu guter Letzt werden die laufenden Änderungen in der Regulierung des Retailmarktes für Finanzprodukte den ETFs zusätzlich Auftrieb verleihen.

Welche Produktneuheiten darf man in der Schweiz erwarten?

Namentlich zwei Themen werden in der nahen Zukunft die Lancierung von neuen Lyxor ETFs beflügeln: Im Hinblick auf den bereits zögerlich laufenden und noch kommenden Langfristzinsanstieg sollen die Investoren sich gegen die Zinssteigerungsrisiken mit innovativen ETFs absichern können. Zudem sollen neue ETFs mithelfen, die Renditen unter Inkaufnahme von übersehbaren Risiken zu erhöhen. Dazu eignen sich Bereiche wie hochrentierende europäische Qualitätsaktien, aber auch Regierungsanleihen von Ländern wie Italien oder Spanien.

Anmerkung Finanzprodukt.ch: Gestern hat Lyxor in der Schweiz den UCITS ETF EuroMTS 15+Y Investment Grade kotiert.

 

Rapha‘l DieterlinRaphaël Dieterlen ist 38-jährig und Head of ETFs and Index Investments bei Lyxor Asset Management, Paris. 1998 hat er sein Studium an der ETH Lausanne mit dem Diplom in Mathematischen Ingenieurwissenschaften abgeschlossen. Anschliessend arbeitete er als Financial Engineer bei BNP Paribas Asset Management. Vor seinem Eintritt bei Lyxor im Jahr 2009 bekleidete er Führungspositionen bei Société Générale Asset Management. Hier geht es zu seinem Linkedin Profil.

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