Absprache bei Schweizer Gold Warrants?

Schweizer Warrants-Emittenten gehen sich bei Gold aus dem Weg und lassen den Wettbewerb nicht zu. Dies zum Nachteil der Kunden, welche dadurch höhere Spreads bezahlen. Dank Swiss Dots steht jedoch eine Alternative zur Verfügung.

Die Hausse bei Gold dürfte andauern. Ende März könnte es jedoch zu einer kleinen Konsolidierungsphase kommen, mutmassen die Chartspezialisten vom Clivemaund Blog. An der Schweizer Börse SIX gibt es theoretisch genügend Hebelprodukte auf Gold für jede Marktmeinung.

So gibt es zum Beispiel alleine über 750 klassische Warrants, davon auch rund 300 Produkte auf einen fallenden Goldpreis (Put Warrants). Grösster Anbieter an der SIX Swiss Exchange ist die UBS mit gut 500 Produkten, gefolgt von der ZKB mit rund 300 Produkten. Der Hebelprodukte-Marktführer Vontobel folgt hier etwas abgeschlagen mit nur 128 Produkten. Noch mehr Auswahl hat man über die ausserbörsliche Derivate-Plattform von Swissquote, die Produkte nennen sich dort Swiss Dots. Dort haben die Emittenten Goldman Sachs und UBS insgesamt 900 Produkte im Angebot. Grosser Vorteil der Swiss Dots Warrants, die Produkte sind bis 22 Uhr handelbar. An der Börse kotierte Produkte nur bis 17.15 Uhr, wobei Vontobel Produkte teils auch ausserbörslich handelbar sind. Neben den klassischen Warrants stehen auch via die SIX und Swiss Dots je 135 Mini Futures und 50 Warrants mit Knock Out zur Verfügung. Die Anbieter sind hier UBS, Vontobel, Goldman Sachs, ZKB und Royal Bank of Scotland. Letzterer punktet vor allem dank breitem Angebot an Mini Futures.

Wir suchen uns nun verschiedene Hebelprodukte aus und vergleichen die Konditionen. Für Gold-Optimisten wählen wir einen Gold Call Warrant mit Strike 1400 und Laufzeit bis Ende Juni. Gold notiert aktuell bei 1350 USD.

Hier zeigt sich, dass das Angebot im Detail, trotz Masse, dann aufgrund der Strike-Abstufungen, eher beschränkt ist. Nur gerade die UBS bietet hier mit GOLWO ein Produkt an der SIX an. Der Warrant hat ein Ratio von 100 und wird aktuell 0.18 auf 0.20 gestellt. Auf Swissquote finden wir jedoch zwei Swiss Dots Warrants. Sowohl Goldman Sachs als auch UBS mit 10er Ratio und 5 Rappen Spreads. Damit ist der Spread hier absolut betrachtet (homogenisiert) halb so gross wie bei GOLWO. Das Goldman Sachs Produkt wird derzeit einen Rappen günstiger gestellt und wäre damit zum Zeitpunkt des Vergleichs erste Wahl.

Auch auf der Put-Warrants Seite, um auf fallende Kurse zu setzen, zeigt sich, dass sich die Emittenten mittels 20er Strike Abstufungen geschickt aus dem Weg gehen. Für einen Juni 1250er Put finden wir ebenfalls nur von der UBS ein Produkt (GOLWG). Bei Swiss Dots finden wir wiederum sowohl von Goldman Sachs als auch von UBS passende Warrants. Auch hier mit attraktivem 10er Ratio, allerdings mit 3 Rappen und 10 Rappen Spread. Dies ist jedoch im Vergleich zu GOLWG um einiges attraktiver.

Bei den Mini Futures sieht das Bild ähnlich aus. Von Konkurrenz wenig zu spüren und auch hier offerieren die Swiss Dots Produkte von UBS und Goldman Sachs, dank 10er Ratio (vs. 100er Ratio an der SIX), ebenfalls bessere Konditionen wie die kotierten Varianten von RBS und Co.

All in All schneiden die Swiss Dots Hebelprodukte auf Gold um einiges besser ab wie die kotierten Varianten. Dies darum, weil an der Schweizer Börse der Wettbewerb nicht spielt. Dies ist für Hebelprodukte sehr selten. Kein Wettbewerb heisst immer auch erhöhte Margen.

Übrigens, noch besser wie Gold waren dieses Jahr Goldminen-ETFs. Diese haben seit Anfang Jahr rund 30% zugelegt, wie der nachfolgende Chart eindrücklich zeigt. Die Anbieter sind hier UBS, iShares, ETF Securities, Lyxor und Comstage.

goldmininig etfs

Ein Kommentar

  1. […] letzten Blogbeitrag haben wir herausgefunden, dass bei Gold Warrants sich die Schweizer Emittenten aus dem Weg gehen […]

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