Nachhaltige Finanzprodukte: Grossteil der Kunden hat keine Kenntnis vom Haus-Bank Angebot

Den Bankkunden in der Schweiz ist das Thema ökologische Nachhaltigkeit in den Investitionsentscheidungen wichtig.

Trotzdem weiss der Grossteil der befragten Schweizer und Schweizerinnen nicht, ob die eigene Bank ökologisch nachhaltige Produkte anbietet. Das zeigt eine neue Umfrage der Unternehmensberatung BearingPoint.

Marco Kundert

Marco Kundert

Marco Kundert, Partner bei BearingPoint:

„Schweizer Kunden und Kundinnen zeigen eine hohe Bereitschaft zu einer Bank zu wechseln, die ein klares Angebot im Bereich nachhaltiger Finanzprodukte hat. Schweizer Banken können sich einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten, indem sie insbesondere ihre jüngeren Kunden proaktiv über nachhaltige Produkte der Bank informieren.“

In der Schweiz und in Österreich sind die Menschen offen für einen Wechsel zu einer nachhaltigen Bank. Bei vielen Deutschen Kunden hingegen hört die Liebe zur Nachhaltigkeit beim Griff in das eigene Portemonnaie auf.

Das belegt eine aktuelle YouGov-Umfrage, die im Auftrag der Unternehmensberatung BearingPoint in der Schweiz, Deutschland und Österreich durchgeführt wurde. Obwohl nach wie vor die Kriterien Sicherheit, Kosten und Rendite bei Geldanlagen von zentraler Bedeutung sind, gaben ein Drittel der befragten Schweizer an, die Bank wechseln zu wollen, sofern diese ein breiteres ökologisch nachhaltigeres Produktangebot anbietet.

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Jüngere Generationen sind offener für nachhaltige Finanzprodukte

Gerade Schweizer Kunden unter 44 Jahren sind offener gegenüber einem Bankwechsel, wenn die Bank mehr ökologisch nachhaltigere Produkte anbietet. Im Vordergrund steht jedoch, dass sich die Konditionen nicht verschlechtern.

So würden rund 40 Prozent der 25- bis 44-jährigen zu einer anderen Bank mit einem breiteren Portfolio an ökologisch nachhaltigen Produkten wechseln, sofern keine schlechteren Konditionen vorliegen. Von den über 55-jährigen sind dagegen nur 24 Prozent dazu bereit. Anreizsysteme, wie beispielsweise eine Kreditkarte, mit der durch nachhaltiges Einkaufsverhalten ökologische Nachhaltigkeitspunkte gesammelt und in Boni umgewandelt werden können, rufen insbesondere bei der jungen Altersgruppe grosses Interesse hervor.

Enormes Potential für die Banken

Auch wenn Schweizer Banken durch die höhere Zahlungsbereitschaft im Bereich nachhaltiges Banking gegenüber den Deutschen die Nase vorn haben, heisst dies nicht, dass sich die Banken in der Schweiz zurücklehnen können. Besonders grosses Potenzial für Banken ergibt sich aus dem hohen Informationsdefizit der Privatkunden gegenüber ihrer eigenen Bank beim Thema Sustainable Finance.

Die grosse Mehrheit der Befragten in der Schweiz, Deutschland und Österreich weiss noch sehr wenig über grüne Finanzprodukte. Über 60 Prozent der Befragten in allen drei Ländern gaben an, nicht zu wissen, ob die eigene Bank ökologisch nachhaltige Produkte anbietet.

Die Umfrage zeigt, dass es in diesem Bereich für die Schweizer Banken noch viel nachzuholen gibt.

 

Featured image: Marco Kundert, Partner bei BearingPoint

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