Ist der Euro eine sichere Währung auf Dauer?

Immer wieder hört man Menschen sagen: „Seit Einführung des Euros wird alles teurer.“ Ist dem wirklich so?

Eines vorneweg: Die sogenannte Inflationsrate misst in ganz Europa und weltweit, wie teuer unser Leben wirklich geworden ist. In der Inflationsrate wird die Geldentwertung gemessen, somit bietet diese den Massstab dafür, wie sich die Preise der Waren und Dienstleistungen verändert haben. Gibt es auch eine Deflation? Ja – bei einer Deflation werden Waren sogar preiswerter. Vereinzelt findet man sogar deflationäre Tendenzen bei bestimmten Produkten (zum Beispiel Technik) in Deutschland.

Wie es rund um die Inflation in Deutschland aussieht, welcher Warenkorb zur Inflations-Messung hinterlegt ist und vor allem wie Sie Ihr davor Geld schützen können, erfahren Sie hier.

Inflationsrate – warum ist sie so niedrig?

Die Rate des Verbraucherpreisindex ist im letzten Jahr wieder angestiegen. Während wir 2017 eine Inflationsrate von gut 1 % vorweisen konnten, liegt die Inflationsrate Ende 2018 wieder bei knapp über 2 %. An dieser Stelle spielt die detaillierte Rate der Geldentwertung in Zahlen jedoch keine Rolle. Vielmehr soll dem Leser hier vermittelt werden: Die Geldentwertung kann mit dem aktuellen Zins, der auf sichere Sparprodukte gewährt wird, nicht verdient werden.

Dazu kommt, dass manche Waren und Dienstleistungen deutlich teurer geworden sind, als es die Rate der Geldentwertung vermuten lässt. Nehmen wir zum Beispiel an, Sie gehen gern ins Kino oder ins Theater. Die Preise für diese Veranstaltungen sind durchaus um 5 % oder mehr gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Während die Kinokarte zum Beispiel noch 7 Euro 2017 gekostet hat, muss man heute schon 7,50 Euro dafür bezahlen. Das ist eine Preissteigerung von 7,14 %. Noch gravierender sieht man die Preissteigerung, wenn sich der Verbraucher eine Kugel Eis an der Eisdiele holt. Vor 1 Jahr kostete die Kugel Eiscreme noch 1 Euro, 2018 darf man für die gleiche Kugel Eis schon 1,10 Euro bezahlen. Das sind 10 % Preissteigerung, die der Verbraucher hinnehmen muss.

Somit steht fest: Die amtlich ausgewiesene Inflationsrate hat nicht unbedingt mit Ihrer persönlichen Preissteigerung zu tun. In dem hinterlegten Warenkorb für die Geldentwertung, die in der Rate von 2 % dargestellt wird, stecken jede Menge technische Gegenstände, die teilweise sogar billiger werden. Was nützt es jedoch dem Verbraucher, dass Laptops oder der Kühlschrank preiswerter geworden sind, wenn diese Gegenstände nur alle paar Jahre angeschafft werden?

Ihre persönliche Inflationsrate ist anders

Im Internet gibt es mittlerweile einige Portale, wo sich jeder Verbraucher eine individuelle Inflationsrate selbst ausrechnen kann. Hier wird genau das Einkaufsverhalten des einzelnen hinterlegt. Es bedeutet eben einen Unterschied, ob ein Single oft in Bars geht und für Cocktails Geld ausgibt, oder ob die Familie mit 2 Kindern bevorzugt Artikel wie Schulhefte, Lebensmittel und Waschpulver im täglichen Einkauf benötigt.

Wie hängt die Inflation und der Zinssatz zusammen?

Ein einfaches Beispiel: Wir müssen alle mit einer gewissen Geldentwertung leben. Nehmen wir einmal an, diese liegt bei ca. 2 %. Das bedeutet, Ihr Leben wird im Durchschnitt um 2 % teurer. Wenn Sie ihr Geld bei der Bank anlegen, bekommen Sie, wenn man positiv rechnet, derzeit 1 % Zins.

Beispiel 10.000 Euro Geldvermögen:

   10.000 Euro Anlage

–       200 Euro Inflation (2%)

+      100 Euro Zins        (1%)

=   9.900 Euro nach einem Jahr

An diesem Beispiel sieht man sehr schnell: Trotz Zinsen, die die Bank derzeit auf sichere Produkte gewährt, wird Ihr Geldvermögen weniger wert. Unterm Strich kann man also den Verbraucher im ersten Moment durchaus verstehen, wenn er sagt: „Ich lege jetzt mein ganzes Geld unter das Kopfkissen!“

Doch – ist das die Lösung? Nein – ganz sicher nicht!

Sachwertanlagen schützen vor Inflation

Mehr denn je sind Sachwertanlagen in unserer Gesellschaft gefragt. Das bedeutet, man verlässt sich nicht auf den niedrigen Zins, der gewährt wird, sondern man legt sein Geld in lukrative Anlagen wie Immobilien, Aktien oder Rohstoffen an. Allerdings sollte hier der Anleger wissen, dass es durchaus Wertschwankungen zu verbuchen gibt. Diese Schwankungsbreite ist dem Aktionär durchaus unter dem Begriff „Volatilität“ bekannt.

Doch nicht jede Schwankung am Markt ist schlecht zu beurteilen, ganz im Gegenteil: Wenn die Aktienkurse wieder fallen, lohnt es sich, an der Börse nachzukaufen. Wenn man günstig Werte einkaufen kann, verbilligt sich schließlich das Niveau der Kaufkurse im Durchschnitt. Schließlich kaufen wir auch lieber gute Waren im Schlussverkauf zu Schnäppchenpreisen ein, oder?

Übrigens: Wer mehr in Sachen Börse, Geld und Vermögensanlage erfahren will, kann sich auf folgendem Portal informieren.

Sachwerte sollte man langfristig betrachten

Eines ist klar: Alle Anlagen in Form von Sachwerten sollte der Verbraucher mindestens auf einen Anlagehorizont von mindestens 6-8 Jahre betrachten. Wer zu Spekulationen Aktien kaufen will, kann dies natürlich tun. Doch hierbei ist oberste Vorsicht geboten: Aktien sollten niemals auf Druck verkauft werden. Alle Kurse an der Börse können schwanken – es ist kein guter Ratgeber, wenn man Aktien ins Depot legt und dabei sicher weiss: „In 3 Jahren will ich mir von dem Geld einen Kleinwagen kaufen!“

Aktien brauchen Zeit

Es ist wie immer im Leben: Gutes braucht Zeit, um die richtigen Früchte, sprich Erträge, abzuwerfen. Genau deshalb gilt die alte Weisheit bei Sachwertanlagen: Betrachten Sie diese Form der Anlage immer in einem sehr langfristigen Rahmen. Was ist langfristig? Bei einer Immobilie ist ein Zeitfenster von mindestens 10 Jahren durchaus sinnvoll. Ähnlich sollten man es bei Rohstoffen und Aktien betrachten. Am besten legt man sich solide Werte ins Depot und betrachtet diese eine Zeit lang gar nicht mehr. Genau dann sollte man sich von Kursrutschen an der Börse nicht beeindrucken lassen.

Monatliches Sparen in Sachwerten

Wenn Sie heute zu einem Gegenwert von 10.000 Euro Aktien kaufen, tragen Sie das Kaufrisiko des einen Tages. Stehen hier die Kurse gut, haben Sie günstig eingekauft. Sind an diesem einen Börsentag die Kurse hoch bewertet, war der Preis vielleicht zu teuer. Wie kann man dieses Risiko etwas aushebeln?

Viele Investmentbanken bieten Aktienfonds an. Diese Aktienfonds weisen meist eine grossen Korb einzelner Werte auf. Zum Beispiel gibt es einen soliden Aktienfonds, der die DAX-Werte genau 1:1 darstellt. Nehmen wir einmal an, dass Sie diesen Aktienfonds kaufen und unsicher darüber sind, ob sie den richtigen Tag für den Einstieg an der Börse ausgewählt haben.

Wie können Sie hier ein gutes Gewissen für sich selbst erzielen? Am besten ist es, Sie legen monatlich eine kleine Summe in diesem Aktienfonds nach. So können Sie sicher davon ausgehen, dass Sie den Durchschnittspreis für den Einstig am deutschen Aktienmarkt, auf die Jahre hin betrachtet, günstig erzielen. Preisschwankungen kommen Ihnen hier vollumfänglich zu Gute. Schliesslich leben wir gerade jetzt wieder in einem sehr volatilen Aktienmarkt in Deutschland.

Bereits ab 25 Euro kann man monatlich Investmentfonds kaufen. Was spricht dagegen, sich so sein Depot abzusichern? In meinen Augen ist das genau die richtige Strategie, um Schwankungen an der Börse regelmässig zum Kauf von Aktienfonds zu nutzen.

Sparvertrag an der Börse – bindet dieser nicht auf Jahre?

Nicht jeder Anleger liebt es, monatlich in Aktien zu sparen. Mancher Verbraucher will auch gar nicht die finanziellen Mittel dafür aufbringen, sein monatliches Budget zu kürzen. Genau deshalb scheuen viele Anleger Sparverträge. Dennoch kann sich zur Absicherung vom Depot ein Sparvertrag an der Börse mehr als lohnen. Je spekulativer der Aktienfonds, desto besser für den Verbraucher zur Absicherung im Depot.

Eine gute Nachricht für alle, die sich keinen „Klotz ans Bein binden möchten“: Sie können, wenn Sie an der Börse regelmässig sparen, diese Verpflichtung jederzeit wieder stoppen. Wer heute mit 25 Euro monatlichem Einstieg an der Börse beginnt, kann morgen diesen Sparvertrag wieder stilllegen lassen. Sie benötigen keinerlei Kündigungsfrist oder eine lange Vorlaufzeit.

Je nach Lebenssituation wird der Sparvertrag so lange eingehalten, wie es Ihren Vorstellungen entspricht. Der Vorteil am monatlichen Sparen in Form von Sachwertanlagen? Sie bleiben absolut flexibel, wenn Sie sich Ihr kleines Vermögen aufbauen. Meist merkt man kleine Sparraten auf dem Girokonto kaum, während sich Schritt für Schritt doch ein kleines Vermögen aufbaut. Daneben sichern Sie sich Ihr Depot ab, wenn Sie stets zu guten Preisen Aktien nachkaufen und sich nicht auf einen einzigen Einstiegstag verlassen. In meinen Augen baut sich so ein gutes Vermögen in Form von inflationsgeschützten Sachwerten auf.

Depot online selbst verwalten

Im Zeitalter des Internets verwalten viele Verbraucher ihr Depot selbst. Das ist auch durchaus gut so. Schliesslich kann man hier Aktien kaufen, verkaufen oder Investment-Sparpläne einrichten, ändern oder löschen. Nichts ist leichter, als im Netz sich sein Depot ohne Beratung einzurichten.

Das spart Zeit, Nerven und auch Geld. Wer möchten schon zu teuren Preisen bei der Filialbank sich so beraten lassen, dass die Bank all ihre Produkte verkauft? So denken viele Menschen, wenn sie selbst im Internet ihre Geschäfte rund um die Finanzen tätigen.

Auch Sie können sich informieren, wenn es um Geldanlagen im Internet geht. Hier

Fazit

Sie sehen: Rund um das Thema Sachwerte bieten sich interessante Möglichkeiten an, die Inflationsrate auszuhebeln. Welche Art der Anlage spricht Sie dabei besonders an?

 

Featured image credit: Freepik

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