Bafin-Chef verteidigt Vorgehen gegen Bonitätsanleihen

Felix Hufeld spricht von einem „Präzedenzfall“ und stellt weitere Vertriebsverbote in Aussicht in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin €uro welches am 21.9 erscheint:

Der Chef der Finanzaufsicht Bafin, Felix Hufeld, hat das Vorgehen seines Hauses gegen sogenannte Bonitätsanleihen (a.d.R: in der Schweiz sind dies Referenzanleihen) verteidigt.

„Es handelt sich um Produkte, die strukturell ein Risiko verkörpern, das nicht in die Hände von Privatanlegern gelangen sollte“,

sagte Hufeld im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin €uro.

Schon der Begriff „Bonitätsanleihen“ sei missverständlich.

„Es handelt sich nicht um eine klassische Anleihe, sondern um eine Wette auf ein Kreditrisiko.“

Auch gebe es Hinweise, dass beim Verkauf dieser Produkte „tatsächlich oft falsch beraten wurde“.

Die Bafin hatte Ende Juli mitgeteilt, dass sie ein Vertriebsverbot von Bonitätsanleihen an Privatanleger plane.

Die Derivatebranche hatte heftig protestiert und bekam bis Anfang September Gelegenheit zur Stellungnahme. Zum weiteren Fortgang des Verfahrens sagte Hufeld:

„Wir werden jetzt die Stellungnahmen auswerten und in den nächsten Monaten zu einer Entscheidung kommen.“

Hufeld sprach von einem „Präzedenzfall“, den man „ausgesprochen ernst“ nehme. Es sei vorstellbar, dass die Angelegenheit letztlich vor Gericht geklärt werde.

Der Bafin-Chef stellte weitere Vertriebsverbote in Aussicht, ohne konkrete Kandidaten zu nennen: „Richtig ist, dass uns auch schon andere Produktkategorien negativ aufgefallen sind.

Die Bafin müsse sich in jedem Falle schwierigen Abwägungsfragen stellen. „Man darf nicht vor jeder Intervention zurückschrecken, nur weil es verwandte Strukturen im Markt gibt.“

Umgekehrt dürfe man die vier bis fünf nächstverwandten Produkte nicht sofort mitverbieten. Langfristiges Ziel sei, dass die Finanzbranche die Anforderungen der Bafin schon bei der Entwicklung neuer Produkte berücksichtige.

Featured Image: Bafin’s office, from bafin.de

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