Marktüberwachung: Sentiment aus sozialen Netzwerken für Anlageentscheidungen nutzen

Sentiment aus sozialen Netzwerken für Anlageentscheidungen nutzen // Indizien für Marktmanipulation erkennen // EU-Forschungsprojekt FIRST erfolgreich abgeschlossen.

Stimmungen und Meinungen in sozialen Netzwerken, Online-Foren und Blogs werden tagtäglich für unzählige Investitionsentscheidungen herangezogen. Denn auf Basis dieses sogenannten Sentiments lassen sich finanzmarktrelevante Ereignisse frühzeitig erkennen und beurteilen.

Allerdings liegt die Schwierigkeit darin, die unstrukturierten Inhalte aus dem Internet zu erfassen, zu bündeln und schnell zu analysieren. Es bedarf geeigneter Software, um die Daten direkt für Finanzmarktakteure nutzbar zu machen und so deren Entscheidungsprozesse zu unterstützen. Die Entwicklung solcher Lösungen stand im Mittelpunkt des EU-Forschungsprojektes „FIRST“, das nun nach drei Jahren erfolgreich abgeschlossen wurde.

Die Ergebnisse von FIRST zeigen für die englische Sprache, wie das Stimmungsbild einzelner Online-Beiträge automatisch ausgewertet und zu einem Indikator verdichtet werden kann. Diese Informationsquelle erhöht die Wahrscheinlichkeit, Tendenzen an den Finanzmärkten richtig zu antizipieren. „Mit Hilfe solcher Werkzeuge könnten auch Privatanleger die Inhalte aus sozialen Medien effizienter in ihre Investmententscheidungen einbeziehen.

Als Privatanlegerbörse sehen wir es als unsere Aufgabe, die Erforschung innovativer Technologien für private Investoren zu unterstützen“, sagt Christoph Lammersdorf, Vorsitzender der Geschäftsführung der Boerse Stuttgart Holding GmbH.

Ulli Spankowski, der das Projekt für die Börse Stuttgart und Stuttgart Financial geleitet hat, hebt einen weiteren Anwendungsbereich hervor: „Die im Rahmen von FIRST erarbeitete Software erlaubt es auch, manipulatives Verhalten einzelner Marktteilnehmer frühzeitig zu erkennen.

Das eröffnet neue Möglichkeiten für Handelsüberwachungsstellen und andere regulatorische Instanzen.“ Durch den gezielten Einsatz von Heuristiken, die mit Marktaufsicht-Experten entwickelt wurden, sind bestimmte Manipulationen im Internet leichter zu erkennen. Dazu zählt die bewusste Platzierung von Falschinformationen in sozialen Medien, beispielsweise in einem „Pump and Dump“-Szenario: Hier versuchen Manipulatoren, den Preis einer Aktie durch viele extrem positive Nachrichten in die Höhe zu treiben und ihre Position gewinnbringend zu verkaufen, bevor die Irreführung auffliegt.

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