ETF Courtagen in der Schweiz im Vergleich

Das unabhängige ETF-Portal justETF hat in einem Online Broker-Vergleich die ETF-Courtagen von 16 Schweizer Banken untersucht. Dabei wurde deutlich, dass bei Orders bis zu 100’000 Franken teils erhebliche Gebührenunterschiede auftreten. Die Courtagen des teuersten Anbieters liegen das Vier- bis 50-fache höher als bei der Konkurrenz. Berücksichtigt man die ETF-Spezialtarife einzelner Online-Banken, muss der Anleger bei Grossbanken sogar bis zum 163-fachen berappen. Alles in allem macht die Analyse deutlich, dass die Steigerung der Rendite für Anleger bei der Einsparung von Courtagen beginnt.

Exchange Traded Funds (ETF) gelten als kostengünstige Anlageprodukte. Mit einer Kostenquote von durchschnittlich 0.38% pro Jahr sind die laufenden Aufwendungen im Vergleich zu aktiven Publikumsfonds sehr gering. ETFs werden über die Börse gehandelt. Eine wesentliche Rolle spielen daher Courtagen sowie die Geld-Brief-Spanne (Spread). Bei den gängigsten Schweizer ETFs fällt der Spread sehr gering aus. Deshalb sind gerade bei Orders von unter 100’000 Franken die Courtagen der Banken für den Anlageerfolg entscheidend. Hier bietet sich hohes Einsparpotenzial.

ETF-Courtagen: Vergleich von 16 Anbietern

Das ETF-Portal justETF.ch hat in einer umfassenden Analyse der ETF-Courtagen die Onlineangebote von 16 Instituten miteinander verglichen. Insgesamt wurden die Gebühren von ETF-Orders für acht verschiedene Ordergrössen zwischen 500 und 100‘000 Franken untersucht. «Die unterschiedlichen Preismodelle und vielfältigen Gebührenstufen machen es für Anleger schwer, Angebote schnell miteinander zu vergleichen», erläutert Dominique Riedl von justETF.ch. Der ETF-Courtagen-Vergleich zeigt die attraktivsten Angebote für unterschiedliche Orderbeträge und erleichtert somit für den Anleger die Bankenauswahl.

Online-Banken-Angebote bieten grosses Einsparpotenzial

Abhängig vom Ordervolumen kann der Anleger beim günstigsten Anbieter das vier bis 50 fache an Gebühren sparen. Somit lässt sich mit einem Wechsel zu einer Direktbank die Rendite deutlich verbessern. Hier gilt es jedoch zu vergleichen, welcher Anbieter für die individuelle Ordergrösse das attraktivste Angebot hat. Das macht der Courtagen-Vergleich deutlich.

Bei ETF-Kleinstaufträgen von 500 Franken schneidet die Aargauer Kantonalbank mit 5trade am besten ab. Bei kleineren Beträgen von 1’000 und 2’000 Franken punkten money-net, Strateo und TradeDirect.

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Die Saxo Bank belegt für Orders von 5’000, 10’000 und 20’000 Franken den ersten Platz. Der neue Online-Broker Cornèr Bank konnte für Orders dieser Größenordnung ebenfalls zweimal das Podest belegen. Für grössere ETF-Orders von 50’000 und 100’000 Franken sind die drei Pauschaltarif-Anbieter cash, Easytrading (Basler Kantonalbank) und VZ Depotbank die klaren Sieger.

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Die Spanne zwischen dem günstigsten und teuersten Anbieter beträgt bei Orders bis 10’000 Franken zwischen dem Vier- und dem 15-fachen der Courtage. Darüber steigt die Spanne schnell auf ein Vielfaches an.

Credit Suisse bis zu 50-mal

Beispielsweise zahlt der Anleger bei einer ETF-Order von 100’000 Franken beim teuersten Anbieter, der Credit Suisse, die 50-fache Courtage im Vergleich zum günstigsten Angebot, dem Pauschaltarif bei cash. Dies liegt zum einen an dem geringen Gebührennachlass für Online-Orders, aber auch an den im Vergleich zum Handel mit Schweizer Blue Chip-Aktien über 50 Prozent höheren ETF-Gebühren.

Insgesamt zählen die Angebote der Grossbanken Credit Suisse, UBS, ZKB und Raiffeisen trotz speziellen E-Banking-Konditionen bei sämtlichen Ordergrößen zu den teuersten.

Pauschalangebote lohnen für grössere ETF-Orders 

Die Pauschaltarif-Anbieter haben die beiden grössten Kategorien mit einem Ordervolumen von 50’000 und 100’000 Franken für sich entschieden. Der Vorteil dieser Angebote liegt in ihrer Klarheit. Es gibt nur einen Preis pro Order. Je grösser das Volumen, desto grösser die Ersparnis. Insgesamt kann ein Trend zu Pauschalgebühren beobachtet werden. Zu den Pauschaltarif-Anbietern zählen Easytrading der Basler Kantonalbank, Migros Bank, VZ Depotbank und seit kurzem auch cash mit der bank zweiplus. Cash und Easytrading offerieren Pauschalgebühren von 29 bzw. 30 Franken, VZ Depotbank und die Migros Bank verrechnen 39 bzw. 40 Franken pro Order.

Swissquote punktet mit Sonderkonditionen für 632 ETFs

Es geht noch günstiger, wie die ETF-Sonderkonditionen von Swissquote zeigen: Der Spezialtarif in Zusammenarbeit mit mehreren ETF-Anbietern ist die erste Wahl für Käufe ab 1’000 Franken. Für 9.85 CHF/USD/EUR können alle ETFs von Amundi ETF, ComStage, db X-trackers, ETF Securities, iShares, Lyxor ETF, RBS Market Access, UBS ETF, Vanguard und ZKB an der Schweizer Börse gehandelt werden. Somit gelten diese Sonderkonditionen für insgesamt 632 ETFs, die über  90 Prozent des gesamten Schweizer ETF-Marktes ausmachen. Für alle anderen passiven Indexfonds gelten bei Swissquote die Standardkonditionen.

Ebenfalls bietet Strateo (ehemals Keytrade-Bank) einen ETF-Spezialtarif für 9 Franken pro Order an. Allerdings ist dieser Sondertarif nur für in Franken kotierte ETFs vom Anbieter ComStage erhältlich und gilt für Beträge zwischen 500 und 250’000 Franken. Somit umfasst dieser Tarif mit 90 Fonds im Vergleich deutlich weniger Produkte. Weitere ETF-Spezialtarife sind in der Schweiz bisher nicht erhältlich.

Bei einer 100’000 Franken schweren Order ist der teuerste Anbieter im Vergleich zu den Spezialtarifen163-mal teurer.

Pauschal heisst nicht «alles inklusive»

Neben den Standardgebühren fallen bei jeder Order je nach ETF-Struktur eidgenössische Stempelsteuern von 0.75 ‰ oder 1.50 ‰ an. Obendrauf kommen noch die Börsengebühren. Bei vielen Banken werden diese nicht transparent in den Gebührenordnungen dargestellt. Wichtig zu wissen ist, dass auch in den Pauschal- und Spezialtarifen diese Gebühren respektive Steuern nicht enthalten sind.

UBS offeriert für eigene ETFs keine Spezialtarife

Ebenfalls einen Preisvorteil geniessen Kunden der ZKB. Sie profitieren bei den hauseigenen Edelmetall-ETFs von einem reduzierten Courtagensatz. Ein Modell, welches bei anderen Anbietern wie UBS oder Raiffeisen bislang fehlt.

Gebührenvergleich lohnt sich

Neben den Ordergebühren sollten auch die Depotgebühren bei der Rechnung nicht vernachlässigt werden. Diese werden um so wichtiger, je weniger ein Anleger handelt. Auch hier reicht die Bandbreite von kostenfreien Depots wie bei Cornèr Bank, Postfinance und Saxo Bank bis hin zu jährlichen oder quartalsweisen Gebühren. Mitunter fällt sogar pro Position ein Obolus an.

Fazit: Das Einsparpotenzial bei ETF-Courtagen durch die Nutzung von Direktbanken ist gross. So lassen sich leicht mehrere hundert Franken pro Order sparen. Gerade in Zeiten niedriger Zinsen ist der Vergleich also ein Muss, um die Rendite zu steigern.

Die detaillierte Analyse zum ETF-Courtagen-Vergleich finden Sie unter: https://www.justetf.com/ch/online-broker-vergleich/etfs-kaufen.html

2 Kommentare

  1. ha. reber sagt:

    Die teuren Banken (CS u.a.) rühmen ja immer ihren exklusiven Beratungsservice, bei denen es doch eigentlich nur um verdeckte Verkaufsgespräche geht. Die hohen Kosten sind also im doppelten Sinne vermessen.

  2. […] die Zahlen konsistent mit einem von uns durchgeführen Vergleich von 2013, Dort haben wir in einem ETF Courtagen Vergleich bei den 50‘000 und 100‘000er Schwellen ebenfalls Cash als Testsieger […]

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