Sparmassnahmen zwecks Budgetkürzungen: Wo macht es Sinn zu sparen und wo nicht

In der Schweiz existierten im Jahr 2015 mehr als 597.000 Unternehmen.

Neu gegründet wurden knapp 40.000 Betriebe. Aus den Zahlen des Bundesamts für Statistik geht auf den ersten Blick nicht hervor, welche Schweizer Unternehmen als Aktiengesellschaft an der Börse gehandelt werden.

Letztere stehen unter einer besonderen Beobachtung. Seitens der Anteilseigner wird deren Entwicklung mit Argusaugen verfolgt. Schliesslich geht es darum, aus einem Investment einen Gewinn zu machen. Funktionieren kann dies nur, wenn Unternehmungen am Jahresende – nach Abzug von:

  • Steuern
  • Herstellungskosten
  • Marketingausgaben

ein Plus in der Kasse haben.

Für Anteilseigner geht es hierbei um den Kurs der Aktie, mit dem Gewinn gemacht werden soll. Auf der anderen Seite steht natürlich auch die Dividende im Mittelpunkt. Letztere hängt vom Betriebsergebnis ab. Unternehmen schaffen es entweder, mehr Geld einzunehmen.

Oder es werden einfach die Ausgaben reduziert. Sparen führt zu höheren Erträgen. Diese Weisheit gilt nur beschränkt. Auch wenn Anteilseigner sich an den Börsen vielleicht darüber freuen, dass Unternehmensleitungen sich fürs Sparen interessieren – Betriebe könne sich auch kaputtsparen. Der Rotstift ist nicht überall sinnvoll, auch wenn es auf den ersten Blick so scheinen mag.

Personal – Unternehmen nicht kaputtsparen

Will ein Unternehmen sparen, werden einfach Stellen gestrichen. Dieser Grundsatz war in der Vergangenheit immer wieder zu hören. Sehr zum Ärgernis der Beschäftigten und Politik. Letztere lebt schliesslich davon, dass die Bevölkerung beim Job eine gewisse Sicherheit geniesst.

Einfach Stellen abbauen hat in den letzten Jahren eine Neubewertung erfahren. Mittlerweile versuchen Firmen einen anderen Weg einzuschlagen. Statt einfach Personal vor die Tür zu setzen, sollen Mitarbeiter gehalten werden. Laut Staatssekretariat für Migration entwickelt sich der Wanderungssaldo Richtung Schweiz seit Jahren negativ. Dies bedeutet einen sich verringernden Zustrom von Personal aus dem Ausland. Ein Grund sind die immer besseren Bedingungen in den Herkunftsländern wie Deutschland.

Fachkräftemangel legt in der Schweiz zu

Die Folge der Entwicklung ist eine langsam heranreifende Erkenntnis: Auch die Schweiz sieht sich einem zunehmenden Mangel an Fachkräften ausgesetzt. Kritiker einer Politik der Abschottung des Arbeitsmarkts warnen bereits jetzt davor, dieses Problem zu unterschätzen. Gerade wenn erfahrenes Personal ausscheidet und der Pool für Nachbesetzungen austrocknet, wird es schwierig.

Eine Entwicklung, die auch das Sparen auf Kosten des Personals zu einem Aspekt macht, den sich Unternehmen zunehmend zweimal überdenken. Für Betriebe muss es letztlich darum gehen, erfahrenes und geschultes Personal zu halten. Lässt sich trotzdem beim/mit dem Personal sparen?

Effizienz aktiv verbessern

Ein möglicher Ansatz ist eine höhere Effizienz im Unternehmen. Diese Situation gibt es fast überall: Einzelne Arbeitsabläufe sind nicht optimal geplant – es wird Zeit verschenkt. Dabei lässt sich gerade durch eine Verbesserung der Effizienz die Produktivität steigern. Ansätze sehen in diesem Bereich sehr unterschiedlich aus. Denkbar ist ein stärkerer Automatisierungsgrad. Achtung: Damit Mitarbeiter effizient arbeiten, brauchen sie klare Zielvorgaben. Effizienz beginnt deshalb bereits in der Unternehmensführung – nur so lassen sich Spitzenergebnisse erzielen.

Datenschutz: Hier wird Sparen zum Bumerang

Unternehmen sparen schnell an den falschen Stellen. Einer dieser Bereiche ist der Datenschutz. Der Blick auf die Umsetzung der DSGVO beim Nachbarn Deutschland illustriert dies sehr exemplarisch. Obwohl die Rahmenbedingungen über Jahre in Kraft waren, haben sich viele Betriebe erst kurz vor Ablauf der Übergangsfrist mit den Bestimmungen beschäftigt. Die Palette der Reaktionen reichte von blindem Aktionismus bis Panikreaktionen.

Ein Grund: Unternehmen in Deutschland haben sich aus mit der DSGVO nicht beschäftigt, um Ressourcen zu sparen. Dabei wäre es günstiger gewesen, sich bereits früh mit dem Thema auseinanderzusetzen und eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen. Dies gilt jedoch auch offline für fälschungssichere Drucksachen, für die spezielles Sicherheitspapier nötig ist.

Die deutsche DSGVO gilt nicht in der Schweiz. Aufatmen dürfen Betriebe trotzdem nicht. Vielmehr sollte sich bewusst gemacht werden, dass der Rotstift bei Aspekten wie beim Datenschutz falsch angesetzt ist. Wem hier Fehler unterlaufen, der sollte mit hohen Bussgeldern rechnen. Ein finanzieller Aufwand, den sich Unternehmen sparen können.

IT-Sicherheit: Bloss nicht kaputtsparen

Zwischen Datenschutz und IT-Sicherheit existieren Schnittmengen. Unternehmen muss klar sein, dass mit der zunehmenden Verbreitung des World Wide Web auch die Herausforderungen gewachsen sind. Angriffe von aussen müssen nicht zwingend klassische Wirtschaftsspionage sein. Hacker nutzen ihre Ressourcen, um private Haushalte und Unternehmen gleichermassen zu attackieren.

IT-Sicherheit heisst aber auch Datensicherheit. Und hier geht es unter anderem darum, Daten zu sichern. Festplattenspeicher haben nur eine endliche Lebensdauer und Laptops können zum Beispiel auf einer Geschäftsreise entwendet werden. Auf Sicherungsmechanismen wie Backups zu verzichten, wäre fatal.

Mögliche Ansatzpunkte für Einsparungen

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Sparen ist für Unternehmen durchaus sinnvoll, wenn es klug geplant und umgesetzt wird. Das ist dabei ein entscheidender Punkt. Quelle: @ golubovy – 204841595 / Fotolia.com

Wo kann denn nun bedenkenlos gespart werden? Wer als Unternehmer den Rotstift ansetzen will, muss zuerst innerbetriebliche Prozesse beobachten. Hierzu gehört es nicht nur, das Personal zum überprüfen. Zur Debatte steht, ob es für jedes interne Papier der einseitige Druck sein muss oder ob ein zweiseitiger Druck nicht vielleicht doch reicht. Darüber hinaus können Unternehmen darüber nachdenken, Autowerbung für die eigene Fahrzeugflotte gezielter einzusetzen.

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