Müssen Banker Alle Nur Noch Verkaufen?

Das Berufsbild des Bankers hat sich die letzten Jahre sehr stark verändert. Warum?

Noch vor vielen Jahren war ein Bankangestellter ein solider, guter Mitarbeiter, der durchaus öffentliches Ansehen geniessen durfte. In der heutigen Zeit sieht dies schon etwas anders aus. Wie die Branche der Versicherung ist auch die Bankenbranche mittlerweile stark in Verruf geraten. Banker „schwatzen den Kunden sehr viel auf“ und wollen schliesslich nur ihre Verbundprodukte an den Mann bzw. an die Frau bringen, oder?

In diesem kleinen Guide liefere ich Ihnen wichtige Informationen zum Thema Banker und Co. Warum hat sich das Berufsbild verändert und alle Banken sind mehr denn je auf Provisionserträge angewiesen? Eines vorneweg: Nicht alle Banker in Filialbanken sind gut oder schlecht. Ich war selbst viele Jahre bei einer Filialbank beschäftigt.  Es gibt immer Menschen, die besonders verantwortungsvoll mit ihren Kunden umgehen. Neugierig über unsere Details in Sachen Banker?

Das niedrige Zinsniveau schmälert die Erträge einer Bank

Seit vielen Jahren befinden sich die Erträge für die Banken auf der Talfahrt. Warum? Das niedrige Zinsniveau lässt Banken zwar nur wenige Zinsen für Einlagen ausbezahlen, allerdings sind auch die Kredit- und Bauzinsen niedrig wie fast nie. So nehmen alle Banken sehr geringe Zinserträge ein. Die Zinsspanne (Unterschied zwischen Einlagen- und Kreditzinsen) ist sehr klein geworden, was heisst, dass die Erträge sehr gering sind. Dennoch müssen Banken gerade Gebäude- und Personalkosten bezahlen, die keinesfalls geringer geworden sind.

Was ist die Lösung? Viele Institute müssen mehr denn je Provisionen einnehmen. Deshalb steigen nicht nur die Gebühren für viele Dienstleistungen der Banken deutlich an, sondern Banker müssen mehr denn je Wertpapiere und Co verkaufen. Verbundprodukte werfen schliesslich für jedes Finanzinstitut gute Erträge ab. Gerade im Versicherungs- und Wertpapierbereich sind diese Einnahmen für die Unternehmen elementar.

Was sind Verbundprodukte einer Bank?

Längst ist es den meisten Verbrauchern bekannt, dass man bei jeder Bank Sparverträge, Kredite und Tagesgeldkonten abschliessen kann. Allerdings sind diese Produkte eben in Zeiten der niedrigen Zinsen nicht die lukrativsten für Kunden und die Bank selbst. Als Verbundprodukte einer Bank zählen Leasing- und Bausparverträge. Es gibt Lebens-, Renten- und alle möglichen Sachversicherungen bei der Bank abzuschließen, ebenso gelten Kreditkarten und vor allem diverse Wertpapiere längst zum Daily Business in jeder Bank. Somit steht sehr schnell fest: Bei der Bank kann man viel mehr, als nur die „langweiligen und soliden Eigenprodukte“ abschließen.

Gerade Wertpapiere sind in der heutigen Zeit eine mehr als wichtige Ertragsquelle für die Bank. Jedes Wertpapiergeschäft bietet meist gute Einnahmen für das Finanzinstitut, was im Umkehrschluss bedeutet, dass auch der Kunde oftmals eine hohe Gebühr bezahlen muss. Ausgabeaufschläge von Fonds, Provisionen für den Direktkauf von Anleihen, Gebühren, die pro Jahr für bestimmte Depots und Wertpapiere abgerechnet werden: Hier kommt schon eine schöne Summe für den Kunden zusammen, wenn alle Gebühren zusammengerechnet werden. Eine mehr als wichtige Einnahme-Quelle für das Finanzinstitut stellen diese Kundenkosten dar. Du bist interessiert in Sachen Finanzen? Bei Nextmarkets.com können Sie sich näher informieren.

Müssen Banker alle nur Wertpapiere im Sinne der Bank verkaufen?

Natürlich werben viele Banken damit, dass sie die Bedürfnisse der Kunden befriedigen möchten. Schliesslich sind auch die Kunden, die Vermögen erspart haben, die Leidtragenden der niedrigen Zinsen. Somit möchten viele Banker auch ihren Kunden mit einer guten, fundierten Beratung Produkte anbieten, die mehr Ertrag und Zins als herkömmliche Bankprodukte abwerfen.  Schliesslich werden auf Geldmarkt- und Tagesgeldkonten bei Filialbanken oft gar keine Zinsen mehr bezahlt. Hier erfährt der Verbraucher mehr zu innovativen Finanzprodukten.

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Sind also Investmentfonds und Wertpapiere die Lösung dafür, dass Kunde und Banken mit lukrativen Geldanlagen wieder bessere Erträge generieren können? Ja – ohne Zweifel ist die Beteiligung am Aktienmarkt durchaus eine langfristige Anlage, die gute Zinsen und Dividenden abwerfen kann. Schliesslich liegen Kursgewinne über Jahre betrachtet oft an der Tagesordnung. Viele solide Aktienunternehmen agieren seit Jahren mit Erfolg an der Börse. Hier konnte auf eine lange Sicht 6 % Zinsertrag oder mehr erwirtschaftet werden.

Genau dieser Zinsertrag ist auch für den Kunden in der Welt ohne Zinsen eine gute Einnahmequelle. Es zählt also nicht nur immer der Vorteil für die Bank, wenn der Vermögensberater in der Anlageberatung das Thema Wertpapiere mit ins Spiel bringt.

Bei Wertpapieren in Sachen Preise vergleichen

Keine Frage – Wertpapiere kosten Geld. Schliesslich sind Börsenspesen und diverse Depotgebühren zu bezahlen. Daneben wollen Fondsmanager, die für die Auswahl der richtigen Wertpapiere verantwortlich sind, ihr Geld verdienen. Doch Vorsicht: Hier gilt es nun genau hinzublicken. Es gibt Investmentfonds, bei denen erst einmal ein nicht geringer Ausgabeaufschlag zu bezahlen ist. Diese Kosten muss der Kunde erst einmal aufbringen, damit der Fonds in seinem Depot überhaupt gekauft wird.

Viele Aktien- oder Immobilienfonds kosten dabei 3 % oder mehr gleich am Anfang als Gebühr. Dieser Ertrag ist weitgehend eine Einnahme-Quelle für die Bank. Anders und klar formuliert: Wenn der Kunde 10.000 Euro in einen Investmentfonds mit Ausgabeaufschlag investiert, muss er 300 Euro Gebühr an die Bank bezahlen. Dazu kommen jährliche Abrechnungsspesen, Depotgebühren, eine Managment-Fee und vieles mehr. Im sogenannten Beratungsprotokoll, das jede Bank seit vielen Jahren bei der Wertpapierberatung ausfüllen muss, wird auf alle Kosten und Gebühren vollumfänglich hingewiesen.

Tipp: Bitte fragen Sie bei allen Kosten und Gebühren genau nach, wofür diese berechnet werden und wie hoch diese sind. Vergleichen Sie selbst im Vorfeld, ob es noch andere Investmentfonds mit ähnlichem Anlagehintergrund gibt, die geringere Gebührenanteile für Sie als Kunden berechnen.

Mit ETF´s im Depot Kosten und Gebühren sparen

Was sind ETF´s? Der englische Begriff Exchange Traded Fund ist ein börsengehandelter Indexfonds, der einen ähnlichen Anlage-Backround wie viele Investmentfonds mit sich bringt. Ein ETF spiegelt zum Beispiel auch einen Index (wie den DAX) genau wieder. Dabei kann man, ähnlich wie bei Investmentfonds, auch bei ETF´s sogar monatlich in die Börse investieren und einen Sparvertrag in Aktien abschliessen. Somit ist das Risiko der Aktienanlage gestreut, da der Investor mit einem ETF schliesslich in einen hinterlegten Korb von vielen Einzelwerten investiert. Das genau sind grundsätzlich auch alle Vorteile eines Investmentfonds, der meist mit teuren Gebühren für den Kunden ausgestattet ist.

Allerdings übernimmt beim ETF kein Fondsmanager individuell, welche DAX-Werte im oben genannten Beispiel wie gewichtet werden. Der ETF übernimmt 1-1 die Entwicklung vom DAX in der für Sie relevanten Performance. Genau das spart Personalkosten des Investmentanbieters und damit hohe Gebühren und Preise, die letztendlich der Kunde, also Sie, zu tragen hat.

Genau aus diesem Grunde setzt sich der Kauf vieler ETF´s immer stärker am Geld- und Kapitalmarkt durch. Die Banken verdienen an diesem Geschäft kaum – somit bleibt mehr Ertrag für den Kunden übrig. Seit einigen Jahren sind somit, völlig zurecht, ETF´s eine wahre Konkurrenz zum Investmentfonds.

ETF´s spiegeln viele Körbe wieder

Natürlich kann man mit einem ETF nicht nur Geld verdienen oder an der Entwicklung des DAX partizipieren. Sie können mit den Fonds auf die Entwicklung vom Goldpreis, auf Währungsschwankungen oder auf einen steigenden Branchen-Index setzen. Mit ETF´s gibt es viele Chancen am Markt, allerdings sind diese Ertragsaussichten nicht ganz ohne Risiko zu haben. Schliesslich muss jedem Investor bewusst sein: Geld verdienen in einer Welt ohne Zinsen ist nicht ganz so einfach. Gerade wenn der Anleger jegliches Risiko scheut und keinerlei Kursschwankungen aushalten kann, sollte er die Finger von Aktienanlagen, Investmentfonds und ETF´s lassen.

Banker stehen gegenüber ihrem Arbeitgeber unter Zugzwang

Gerade wenn Mitarbeiter am Markt arbeiten, müssen sie ihre Produkte verkaufen. Dazu werden Ziele vereinbart. Nicht selten muss schon ein Mitarbeiter am Schalter Sparpläne in Form von Investmentfonds verkaufen. Daneben gilt es, Kreditkarten, Versicherungen und andere Verbundprodukte an den Kunden zu bringen. Wer die Ziele, die oft wöchentlich vereinbart und am Freitag Abend kontrolliert werden, auf Dauer nicht erfüllt, muss sich einen anderen Job suchen. Gerade in Grossbanken ticken die Uhren oft grausam. Viele Mitarbeiter können diesem Verkaufsdruck auf Dauer nicht standhalten.

Psychische Probleme – die Folge für viele Banker

Natürlich ist Burnout eine Volkskrankheit, die sich nicht nur in der Szene der Banker ausbreitet. Immer mehr Menschen können dem Erfolgsdruck im Unternehmen nicht mehr gerecht werden. Gerade wenn man seine Ziele über einen gewissen Zeitraum einmal nicht mehr erreicht, gibt es Probleme mit dem Arbeitgeber. Viele Banker steigen aus, wenn der Druck, der auf ihren Schultern lastet, zu gross wird.

Nicht alle Banker können damit Leben, unter Umständen ihren Kunden Produkte aufzuschwatzen, die der Kunde nicht will oder braucht. Natürlich ist der Sparplan in einem Investmentfonds nicht vom Grundsatz her zu verteufeln – ganz im Gegenteil: Viele junge Menschen können hierbei ein solides Vermögen aufbauen.

Allerdings liegt das grosse Geld bei der älteren Generation der Kunden. Gerade diese Menschen möchten oft keine Wertpapiere mehr kaufen oder Verpflichtungen eingehen. Hier jedoch ist der Banker gefordert: Die Kunden sollen ihr Geld so anlegen, dass die Bank Erträge daraus generieren kann. Das passiert keinesfalls, wenn das Geld auf dem Tagesgeldkonto versauert, sondern vor allem bei diversen Depotanlagen. Nicht jeder Banker fühlt sich wohl dabei, der 75-jährigen Dame mit dem Tagesgeldkonto in Höhe von 50.000 Euro einen Aktienfonds aufs Auge zu drücken.

Genau diesen Spagat zwischen gutem Gewissen und Erfolg für den Arbeitgeber müssen viele Banker meistern.

Werden früher oder später alle erfolgreichen Banker zu „kleinen Banditen“?

Natürlich gilt es hier nicht, schnell Pauschalurteile zu treffen. Unter den Bankern gibt es durchaus solide Mitarbeiter, die im Sinne der Kunden agieren. Dennoch ist jeder Verbraucher mehr denn je dazu aufgefordert, auf das Verhalten seines Bankers zu achten. Nicht jeder Bankmitarbeiter meint es gut mit Ihnen. Dies geschieht, wie bereits erwähnt, meist nicht aus einer bösen Absicht heraus, sondern weil der Angestellte dem Druck des Arbeitgebers stand halten muss. Schliesslich muss der Verkäufer am Markt eines Finanzinstitutes durchaus seine Erfolge aufweisen. Wie soll er das schaffen, wenn er nicht regelmässig ertragreiche Produkte für seinen Arbeitgeber verkauft?

Diese Tatsache zeigt auf, in welchem Spagat sich ein guter Banker mit Gewissen befindet. Diese innere Diskrepanz gilt es zu meistern. Wenn ein Banker das nicht schafft, steigt er nicht selten aus dem Finanz-Business aus. Sie als Kunde sollten also stets genau hinblicken, mit welchem Banker Sie es zu tun haben. Der persönliche Anlageberater wechselt häufig? Blicken Sie bitte stets wachsam auf das, was Ihnen von Ihrem Finanzdienstleister angeboten wird.

Andererseits müssen Sie nicht gegenüber jedem Banker misstrauisch sein. Allerdings sollten Sie im Vorfeld gut über jede geleistete Unterschrift nachdenken und sich selbst im Netz über diverse Produkte informieren.

Fazit:

Welche Bankprodukte brauchen Sie und möchten Sie dafür überhaupt eine Beratungsleistung in Anspruch nehmen? Die Direktbank ist für viele Kunden die Lösung! Auch für Sie?

 

Featured image credit: Nextmarkets.com

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